ausfahren


ausfahren
aus|fah|ren ['au̮sfa:rən], fährt aus, fuhr aus, ausgefahren:
1.
a) <itr.; ist zu einem in einem äußeren Bereich liegenden Ziel fahren:
die Boote sind am frühen Morgen [zum Fischfang] ausgefahren.
b) <itr.; ist fahrend einen Ort verlassen:
aus einem Grundstück ausfahren; das Schiff ist aus dem Hafen ausgefahren.
c) <itr.; ist (veraltend) eine Spazierfahrt machen:
sie sind heute Abend ausgefahren.
Syn.: spazieren fahren.
d) <tr.; hat (besonders ein Kind) in einem Wagen im Freien umherfahren:
der Vater hat das Baby ausgefahren.
Syn.: spazieren fahren.
e) <tr.; hat mit einem Fahrzeug (an jmdn.) liefern:
die Post hat das Paket noch nicht ausgefahren.
Syn.: ausliefern, zustellen.
2. <tr.; hat (aus etwas) herausgleiten lassen:
die Antenne ausfahren; die Pilotin hat das Fahrgestell des Flugzeuges ausgefahren.
3. <tr.; hat (ein Fahrzeug) so fahren, dass die höchste Leistungsfähigkeit erreicht ist:
er hat seinen Wagen niemals voll ausgefahren.
4. <tr.; hat (eine Kurve) auf der äußeren Seite der Fahrbahn durchfahren:
sie hat die Kurve, alle Ecken ausgefahren.
5. <tr.; hat durch Befahren stark beschädigen:
die Panzer haben die Wege völlig ausgefahren; die Piste ist sehr ausgefahren; ausgefahrene Feldwege.
6. <itr.; ist eine heftige, auch fahrige Bewegung machen:
sein Arm fuhr aus, war ausgefahren; ausfahrende (heftige, fahrige) Bewegungen machen.

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aus||fah|ren 〈V. 130
I 〈V. intr.; ist
2. den Bahnhof verlassen (Zug)
3. (erstmalig im Jahr) zur Arbeit auf den Acker fahren
4. den Hafen verlassen, in See stechen (Schiff)
5. 〈Bgb.〉 das Bergwerk verlassen
6. 〈Rel.〉 den Körper verlassen (böser Geist, Dämon)
● \ausfahrende Bewegungen 〈Med.〉 plötzliche, unwillkürliche, automatische Bewegungen
II 〈V. tr.; hat
1. jmdn. \ausfahren spazieren fahren
2. etwas \ausfahren
2.1 mit dem Fahrzeug ausliefern
2.2 durch Fahren abnutzen (Gleis, Weg, Fahrbahn)
2.3 ein bewegliches Teil nach außen bringen
● die Antenne \ausfahren; Erde \ausfahren 〈Jägerspr.〉 aus dem Bau herauswerfen (Dachs, Fuchs); einen Kranken im Rollstuhl \ausfahren; Pizza \ausfahren; eine Kurve \ausfahren vorschriftsmäßig am rechten Straßenrand fahren, nicht schneiden; ein Rennen \ausfahren bis zu Ende mitfahren; einen Wagen \ausfahren bis zur Höchstgeschwindigkeit beschleunigen; einen Weg \ausfahren durch vieles Fahren verbreitern u. vertiefen

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aus|fah|ren <st. V.>:
1. <ist>
a) hinausfahren, um [in der Ferne] ein Ziel zu erreichen:
am frühen Morgen fahren die Fischerboote zum Heringsfang aus;
b) aus etw. herausfahren, fahrend einen Ort verlassen:
das Schiff fuhr aus dem Hafen aus;
aus einem Grundstück a.
2.
a) <ist> eine Ausfahrt machen, spazieren fahren:
mit der Familie a.;
b) <hat> (bes. ein Kind) in einem Wagen spazieren fahren:
die Mutter fährt das Baby aus.
3. <hat> (Waren u. a.) mit einem Fahrzeug ausliefern, verteilen:
Getränke, Pakete, Pizzas a.
4. (Technik)
a) <hat> (den ausfahrbaren Teil eines Apparates u. Ä.) mithilfe der Mechanik nach außen bringen:
die Landeklappen, das Fahrwerk, die Antenne a.;
b) <ist> (von etw. Ausfahrbarem) hervorkommen, ausgefahren (4 a) werden:
die Gangway fährt aus.
5. <hat> (Seemannsspr.)
a) ausbringen (2):
die Matrosen haben den Anker ausgefahren;
b) (eine Trosse o. Ä.) mit dem Beiboot zu der Stelle bringen, wo das Schiff festmacht:
sie haben die Leine ausgefahren.
6. <hat> (eine Pontonbrücke o. Ä.) für die Durchfahrt öffnen:
die Schiffbrücke a.
7. <hat> (Straßen, Wege) durch Befahren stark beschädigen:
die Panzer haben die Wege völlig ausgefahren;
ausgefahrene Feldwege.
8.
a) <ist> (eine Strecke) in ihrer ganzen Länge durchfahren:
das gesamte Straßennetz a.;
b) <hat> (eine Kurve) auf der äußeren Seite der Fahrbahn durchfahren:
der Fahrer fuhr alle Kurven aus.
9. <hat> (Rennsport) (ein Rennen o. Ä.) austragen:
ein Rennen, eine Meisterschaft, den Großen Preis von Europa a.
10. <hat>
a) (ein Fahrzeug) so fahren, dass die Leistungsfähigkeit des Motors voll ausgenutzt wird:
er hat seinen Wagen niemals voll ausgefahren;
b) (eine technische Anlage o. Ä. in ihrer Kapazität) voll ausnutzen:
eine Anlage nur zum Teil, voll a.
11. <ist> ausrutschen (2):
das Messer war ausgefahren und ihm in die Hand eingedrungen;
die Schere war ihm ausgefahren.
12. <ist> eine heftige Bewegung machen:
sein Arm fuhr aus, war ausgefahren;
ausfahrende Bewegungen machen.
13. <ist> (in Bezug auf einen Dämon o. Ä.) den Körper eines Besessenen verlassen:
der Teufel ist aus dem Kranken ausgefahren.
14. <ist> (Jägerspr.) (bes. von Fuchs, Dachs, Kaninchen) aus dem Bau herauskommen:
der Fuchs war ausgefahren.
15. <hat> (Jägerspr.) (in Bezug auf bestimmte erlegte Tiere, bes. auf Federwild) die Eingeweide herausnehmen:
einen Hasen, einen Auerhahn a.

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aus|fah|ren <st. V.>: 1. <ist> a) hinausfahren, um [in der Ferne] ein Ziel zu erreichen: am frühen Morgen fahren die Fischerboote zum Heringsfang aus; b) aus etw. herausfahren, fahrend einen Ort verlassen: das Schiff fuhr aus dem Hafen aus; aus einem Grundstück a.; als der Zug ausfuhr, ließ sie schnell die Scheibe herab (A. Kolb, Schaukel 79); die Bergleute fahren bei Schichtende aus (Bergmannsspr.; verlassen den Schacht). 2. a) eine Ausfahrt machen, spazieren fahren <ist>: mit der Familie a.; b) (bes. ein Kind) in einem Wagen spazieren fahren <hat>: die Mutter fährt das Baby aus. 3. (Waren u. a.) mit einem Fahrzeug ausliefern, verteilen <hat>: Getränke, Pakete, Pizzas a. 4. (Technik) a) (den ausfahrbaren Teil eines Apparates u. Ä.) mithilfe der Mechanik nach außen bringen <hat>: die Landeklappen, das Fahrwerk, die Antenne a.; Dann wird durch Funkbefehl eine kaum fünf Zentimeter breite Schaufel ... ausgefahren (MM 15. 4. 67, 29); b) (von etw. Ausfahrbarem) hervorkommen, ↑ausgefahren (4 a) werden <ist>: die Gangway fährt aus. 5. <hat> (Seemannsspr.) a) ausbringen (2): die Matrosen haben den Anker ausgefahren; b) (eine Trosse o. Ä.) mit dem Beiboot zu der Stelle bringen, wo das Schiff festmacht: sie haben die Leine ausgefahren. 6. (eine Pontonbrücke o. Ä.) für die Durchfahrt öffnen <hat>: die Schiffbrücke a. 7. (Straßen, Wege) durch Befahren stark beschädigen <hat>: die Panzer haben die Wege völlig ausgefahren; Inzwischen war die Piste doch schon zu ausgefahren (Olymp. Spiele 1964, 19); ausgefahrene Feldwege. 8. a) (eine Strecke) in ihrer ganzen Länge durchfahren <ist>: ich bin mal die ganze Circolazione ausgefahren (Andersch, Rote 38); b) (eine Kurve) auf der äußeren Seite der Fahrbahn durchfahren <hat>: der Fahrer fuhr alle Kurven aus. 9. (Rennen) (ein Rennen o. Ä.) austragen <hat>: ein Rennen, eine Meisterschaft, den Großen Preis von Europa a. 10. <hat> a) (ein Fahrzeug) so fahren, dass die Leistungsfähigkeit des Motors voll ausgenutzt wird: er hat seinen Wagen niemals voll ausgefahren; ein ... Auto ..., das sich auf freier Autobahn mühelos a. lässt (Herrenjournal 2, 1966, 123); b) (eine technische Anlage o. Ä. in ihrer Kapazität) voll ausnutzen: eine Anlage nur zum Teil a.; Jetzt kann sie (= die Anlage des Zellstoffwerks) in der Hochkonjunktur voll ausgefahren werden (MM 28. 6. 69, 6). 11. (landsch.) ausrutschen (2) <ist>: das Messer war ausgefahren und ihm in die Hand eingedrungen; die Schere war ihm ausgefahren. 12. eine heftige Bewegung machen <ist>: sein Arm fuhr aus, war ausgefahren; ausfahrende Bewegungen machen; <subst.:> wenn er auf die Wandtafel deutete, blieb seine Hand in halbem Ausfahren stecken (Johnson, Mutmaßungen 68). 13. (in Bezug auf einen Dämon o. Ä.) den Körper eines Besessenen verlassen <ist>: dass der Dämon wirklich ausgefahren ist (Thieß, Reich 192). 14. (Jägerspr.) (bes. von Fuchs, Dachs, Kaninchen) aus dem Bau herauskommen <ist>: der Fuchs war ausgefahren. 15. (Jägerspr.) (in Bezug auf bestimmte erlegte Tiere, bes. auf Federwild) die Eingeweide herausnehmen <hat>: einen Hasen, einen Auerhahn a.

Universal-Lexikon. 2012.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Ausfahren — Ausfahren, verb. irreg. (S. Fahren,) welches in doppelter Gattung üblich ist. I. Als ein Activum. 1) Durch vieles Fahren vertiefen. Einen Acker, einen Weg ausfahren. Ein ausgefahrner Weg. Die Furchen mit dem Pfluge wohl ausfahren, in dem… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • ausfahren — V. (Aufbaustufe) einen bestimmten Ort fahrend verlassen Synonyme: abfahren, auslaufen, fortfahren, hinausfahren, wegfahren, herausfahren, rausfahren (ugs.) Beispiele: Der Zug ist aus dem Bahnhof ausgefahren. Das Schiff fuhr am frühen Morgen zum… …   Extremes Deutsch

  • Ausfahren — (Landw.), 1) Ackerfurchen gut a., so v.w. tief genug ackern; 2) (Bergb.), aus einer Grube steigen u. Feierabend machen; 3) (Jagdw.), so v.w. Ausführen 3); 4) von Krankheitsstoffen, so v.w. Ausschlagen; 5) (Tischl.), die Fensterrahmen a., mit der… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Ausfahren — Ausfahren, bei Dachs und Fuchs das Herausbringen von Erde aus dem Bau beim Ausräumen …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • ausfahren — aus·fah·ren [Vt] (hat) 1 jemanden ausfahren jemanden (im Kinderwagen, Rollstuhl) fahren <ein kleines Kind, einen Behinderten ausfahren> 2 etwas (Kollekt od Pl) ausfahren Waren mit dem Auto transportieren und liefern 3 meist etwas wird… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Ausfahren — ištraukimas statusas T sritis fizika atitikmenys: angl. extraction; pulling out vok. Ausfahren, n; Herausziehen, n rus. выведение, n; вынимание, n; извлечение, n pranc. extraction, f; retrait, m …   Fizikos terminų žodynas

  • ausfahren — ausfahrenintr inDiebstahlsabsichtausgehen.⇨Fahrt.Rotw1922ff …   Wörterbuch der deutschen Umgangssprache

  • ausfahren — 1. a) abfahren, auslaufen, den Hafen verlassen, fortfahren, hinausfahren, in See stechen, wegfahren; (Seemannsspr.): ablegen, die Anker lichten. b) fahren, herausfahren, verlassen. 2. a) eine Ausfahrt/Spazierfahrt/Tour machen, spazieren fahren;… …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • ausfahren — aus|fah|ren …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Ausfahren — 1. Wenn man ausfährt weiss man wol, aber nicht, wenn man wieder zurückkommt. – Blum, 702. *2. A îs ausgefoaren wî anne berkene Rinde (a sem ganzen Leibe). (Schles.) – Frommann, III, 247. Ist voll Blattern, Ausschlag u.s.w …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon